Herren I: Mit Spannung und Nervenstärke in die neue Saison!

Andreas Kerbel/ Oktober 9, 2026/ Berichte, Herren I

Endlich wieder Thüringenliga! Für den VC Altenburg I stand zum Saisonauftakt am 19.11.26 direkt ein intensiver Spieltag auf dem Programm. Mit dem Erfurter VC I wartete zunächst ein altbekannter Gegner, dessen Mannschaft sich im Vergleich zur vergangenen Saison stark verändert hatte. Im zweiten Spiel ging es gegen den 1. VSV Jena III, der nach dem Abstieg aus der Regionalliga mit einem jungen Team antrat. Zwei unterschiedliche Herausforderungen, die den Altenburgern von Beginn an einiges abverlangen sollten.
Im ersten Spiel des Tages kam es zum Wiedersehen mit dem Erfurter VC I, der sich im Vergleich zur vergangenen Saison personell nahezu vollständig neu aufgestellt hatte. Der VCA fand zunächst nur schwer in den eigenen Aufschlagrhythmus und leistete sich ungewohnte Fehler von der Grundlinie. Erfurt konnte daraus allerdings nur wenig Kapital schlagen, da auch die Gäste mit einer unsicheren Annahme zu kämpfen hatten und nur selten einen geordneten Angriff aufbauen konnten. So entwickelte sich ein umkämpfter erster Satz, in dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. In der Crunchtime bewiesen die Altenburger jedoch die nötige Ruhe und Nervenstärke und sicherten sich den Durchgang knapp mit 26:24.

Im zweiten Satz präsentierte sich der VC Altenburg dann deutlich entschlossener. Insbesondere das Blockspiel entwickelte sich zum Prunkstück der Gastgeber. Mit einem kompakten Block nahm der Altenburger Sechser den Erfurter Angreifern zunehmend die Möglichkeiten und zwang sie immer wieder zu schwierigen Lösungen. Gleichzeitig agierte der VCA mit viel Spielfreude, hoher Durchschlagskraft am Netz und deutlich mehr Konsequenz in den eigenen Aktionen. Erfurt fand kaum noch Mittel gegen die geschlossene Mannschaftsleistung der Gastgeber, die den Satz mit 25:13 eindrucksvoll für sich entschieden.

Auch im dritten Durchgang versuchten die Gäste, noch einmal dagegenzuhalten. Die anhaltenden Probleme in der Annahme erschwerten den Erfurtern jedoch weiterhin den Spielaufbau. Altenburg überzeugte mit großem Einsatzwillen, einer stabilen Block-Feldabwehr und konsequent ausgespielten Angriffen. Zwar fiel das Ergebnis nicht mehr ganz so deutlich aus wie im vorherigen Satz, doch der VCA behielt die Kontrolle und machte mit einem 25:20 den verdienten 3:0-Heimsieg perfekt.

Im zweiten Spiel wartete mit dem 1. VSV Jena III eine ganz andere Herausforderung. Die Jenaer waren als Absteiger aus der Regionalliga angereist und traten mit einer jungen, neu zusammengestellten Mannschaft an, die perspektivisch auch den Kader des Vereins in den weiteren Ligen verstärken soll. Nach dem gelungenen Auftakt wollte der VCA an die eigene Leistung anknüpfen und startete entsprechend konzentriert in die Begegnung.

Die ersten beiden Sätze verliefen aus Altenburger Sicht nahezu nach Plan. Mit einer stabilen Blockstellung, druckvollen Angriffen und einem insgesamt überzeugenden Zusammenspiel setzte der VCA die Gäste unter Druck. Jena fand zunächst nur wenige Lösungen gegen die kompakte Altenburger Defensive, während die Gastgeber ihre Chancen konsequent nutzten. Mit 25:20 und 25:18 sicherte sich Altenburg die ersten beiden Durchgänge und schien bereits auf dem besten Weg zum zweiten klaren Sieg des Tages.

Doch die junge Jenaer Mannschaft gab sich keineswegs geschlagen. Mit zunehmender Spieldauer machte sich beim VCA die Belastung des intensiven Spieltags bemerkbar. Jena hingegen steigerte sich insbesondere in der Feldabwehr und brachte zahlreiche Bälle zurück ins Spiel, die bereits sicher verloren schienen. Auch im Angriff fanden die Gäste zunehmend Lösungen und setzten mit variablen, druckvollen Aufschlägen die Altenburger Annahme massiv unter Druck. Obwohl der VCA im Block weiterhin gute Aktionen zeigte, geriet der eigene Spielaufbau immer mehr ins Stocken. Jena nutzte diese Phase konsequent aus und verkürzte mit 25:20 auf 1:2 nach Sätzen.

Im vierten Durchgang setzte sich das veränderte Kräfteverhältnis fort. Die Altenburger kämpften um jeden Punkt, konnten den zunehmenden Druck der Gäste jedoch nicht vollständig auffangen. Jena verteidigte weiterhin leidenschaftlich und überzeugte mit wuchtigen Aufschlägen sowie erfolgreichen Angriffsaktionen. In einer umkämpften Schlussphase fehlte dem VCA schließlich das letzte Quäntchen Konsequenz, sodass auch der vierte Satz mit 23:25 an die Gäste ging. Damit musste die Entscheidung im Tiebreak fallen.

Der Entscheidungssatz entwickelte sich zum emotionalen Höhepunkt des gesamten Heimspieltags. Jena nahm den Schwung aus den beiden gewonnenen Sätzen mit und erspielte sich eine aussichtsreiche Position. Beim Stand von 14:11 hatte der VSV bereits drei Matchbälle und stand unmittelbar vor dem Auswärtssieg. Doch die Altenburger bewiesen in dieser kritischen Situation bemerkenswerte Nervenstärke. Mit großem Kampfgeist wehrten sie sämtliche Matchbälle ab und drehten den Entscheidungssatz mit fünf Punkten in Serie tatsächlich noch zu ihren Gunsten. Der umjubelte 16:14-Satzgewinn besiegelte den dramatischen 3:2-Erfolg und setzte einen emotionalen Schlusspunkt unter einen intensiven Volleyballtag.

Mit zwei Siegen aus den ersten beiden Saisonspielen kann der VC Altenburg einen rundum gelungenen Auftakt verbuchen. Besonders der klare Erfolg gegen Erfurt und die Moral im Tiebreak gegen Jena stimmen positiv. Gleichzeitig zeigte das zweite Spiel, dass die Mannschaft auch in schwierigen Phasen gefordert sein wird, die eigene Konzentration und Stabilität über die gesamte Spielzeit aufrechtzuerhalten. Fünf Punkte zum Saisonstart sind dennoch eine starke Grundlage für die kommenden Aufgaben.

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Altenburgern allerdings nicht: Bereits am 10. Oktober steht mit dem Auswärtsspiel gegen den Schmalkalder Volleyballverein die nächste Herausforderung in der Thüringenliga an. Dort möchte der VCA an den gelungenen Saisonstart anknüpfen und die nächsten Punkte einfahren.

Für den VC Altenburg spielten: P. und F. Petermann, M. Weber, K. Kraus, Y. Kötteritzsch, L. Pohle, J. Schlothauer, H. Sachse, N. Stötzner, A. Ortner, D. Schwinge, C. Sommer und L. Monse.

Finn Petermann